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Weixdorfer Turner in den Bergen
Jeden ersten Samstag im September treffen
sich einige Turner um nicht vorhandenes turnerisches Können in
den folgenden vier Tagen an den Fels zu bringen. Um 6 Uhr trafen
sich Frank, Falk, Volkmar und Maik bei Andreas.

Dann wurde Gas gegeben. Es ging wie immer in die Alpen.
Wunschziel war es in diesem Jahr den
Königsjodler,
einen langen, schweren und wunderschönen Klettersteig am
Hochkönig in den Berchtesgadener Alpen „zu machen“.
Wir wussten, dass geht nur
wenn das Wetter mitspielt. Leider hatte es einige Tage
vorher in dieser Region und Höhe geschneit.
Informanten vor Ort berichteten von Regen und Nebel,
wir aber sahen zu dieser Zeit nur schönes Wetter. Genau
das ist aber das Problem; der Schnee taut oben
in der Sonne und das Wasser
gefriert unten an schattigen Stellen zu
dickem Eis. Im Klettersteig
Ferrata Giovanni Lipella
hingen wir vor zwei Jahren am dicken Eis und „mussten durch“,
dass wollte so keiner von uns noch einmal so
erleben.
Schweren
Herzens wurde noch während der Fahrt das Navi auf das
Ausweichziel, die Lienzer Dolomiten, umprogrammiert. Erstes Ziel
die
Galizenklamm,
zum „warm machen“ am Anreisetag. Unter einem befestigten Weg für
den „normalen“ Besucher führt ein nicht ganz leichter, kurzer
aber sehr schöner Klettersteig am glatten Fels entlang. Unten
immer das imposante Donnern der Wassermassen, die
wir auch per Drei-Seil-Brücke
überquerten.
Dann ging es noch einmal mit dem Auto die Mautstraße hinauf zur
Dolomitenhütte. Rucksack packen am Auto war angesagt,
Alles was in den nächsten drei Tagen und Nächten
gebraucht wird musste rein.
Knapp zwei Stunden später und 660 Höhenmeter weiter oben haben
wir unser erstes Quartier auf der
Karlsbader Hütte
bezogen. Eine große Alpenvereinshütte, sehr gut ausgestattet
(warmes Wasser), 3-Gänge-Abendmahl, Lager (Matratze an
Matratze), schlafen bis nach 7 Uhr und ein gutes Frühstück.
Das hat die Lust auf den nächsten
Tag steigen lassen.
Auf
dem Plan stand der Panorama-Klettersteig mit
Sepp Oberlechner Ged. Weg,
Sandspitze (2772m) und
Ari Schübel Steig.
Los ging
es bei schönstem Wetter mit einem ca. 45min Anstieg zum
Klettersteig. Nach Anlegen der
Klettersteigausrüstung (Gurt, Helm, Handschuhe) wurde in
den sehr schönen und
abwechslungsreichen Panorama-Klettersteig eingestiegen.
Immer das Tal mit der Karlsbader Hütte und dem dahinter
liegenden See im Blick ging es sehr beeindruckend, meist direkt
oben auf dem Grat bis zum Gipfel der Sandspitze. Auf der anderen
Seite konnte man i mmer
wieder ins Tal bis nach Lienz sehen. Von der Sandspitze
stiegen wir über den
Ari Schübel Klettersteig nach
unten, weiter auf Wanderwegen an der
Karlsbader Hütte (Zwischenbier)
vorbei über einen Sattel bis zur
Kerschbaumeralm.
In der
wunderschönen und urwüchsigen Hütte auf der
Kerschbaumeralm
ve rbrachten
wir unsere zweite Nacht. Das Bad und die Dusche unter freiem
Himmel, in der Gaststube Kerzenlicht, der
Wirt ein Urgestein. Nachts wurde es verdammt kalt, trotz
Schlafsack und mehrerer Decken haben alle gefroren und wenig
geschlafen.
Nach gutem
und reichlichem Frühstück war Abmarsch
zum
Madonnen-Klettersteig.
Einiger Kletterei folgte
eine 16m lange Hängebrücke. Vorbei an der Madonna mit
Heiligenschein. Beeindruckt immer, wenn man auf beiden Seiten
weit ins Tal sehen konnte,
ging es weiter über die Grate der zwei Gamswiesenspitzen bis zum
Kerschbaumertörl.
Maik
und Andreas wurde die anschließende Mittagspause zu lang und
machen sich auf in Richtung Seekofel (2738m). Zuerst waren
zehrende Höhenmeter bis zum Einstieg zu überwinden. Da es zum
Seekofel nur einen Weg für hin und rück gibt konnten die
Rucksäcke am Einstieg bleiben. So machte das Klettern auf dem
schö nen
Steig
bei bestem Wetter sehr viel Spaß. Nach ca. 45min im Klettersteig
war der Gipfel erreicht. Beeindruckend das Gipfelkreuz aus
poliertem V2A mit allerlei Verzierungen. Der Ausblick auf das
Panorama der umliegenden Alpengipfel war eine Augenweide der wir
uns lange nicht entziehen konnten. Zurück ging es den bekannten
Seekofel-Klettersteig,
dann den Wanderweg hinab zur
Karlsbader Hütte.
Das
erste Radler nach dieser Tour, mehr als
verdient, ließen wir uns auf der sonnigen Terrasse schmecken.
Auf der Hütte ging es uns dann wieder richtig gut, Abendessen,
einige Bier, Lager, Frühstück. Am nächsten Tag ging es nur noch
bergab, vorbei an der Dolomitenhütte zum Auto und anschließend
nach Hause.
Es war ein
wunderschönes verlängertes Wochenende, mit bestem Wetter und
sehr vielen und schönen Klettersteigen. Am Schluss gab es keine
Trauer mehr über den nicht bestiegenen
Königsjodler.
Die Hoffnung bleibt, dass es im nächsten Jahr hinhaut !!!
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