Weixdorfer Turner in den Bergen

 

Jedes Jahr am ersten Septemberwochenende zieht es uns Turner in die Berge. Nach 11 stündiger Fahrt, mit Stau, Stau und noch mal Stau sind wir auf dem Grödner Joch (2120m), am Fuße des Sella- Massives in den Dolomiten, angekommen.

 

Für den geplanten Einstieg in Pisciadù Klettersteig in Richtung Pisciadù Hütte (2585m) war es nach 17 Uhr zu spät und so mussten wir den direkten Weg zur Hütte nehmen. Auch dieser „normale“ Weg überraschte mit gesicherten Klettereinlagen welche aber ohne Sicherungen zu bewältigen waren. Nach einer guten Stunde machten wir in der Pisciadù Hütte Quartier. Zeit für ein Hefeweizen, ein Abendessen und so manches Glas Rotwein im Kreise von Berg-Verrückten.


Sonntag wollten wir natürlich den Pisciadù Klettersteig nachholen, natürlich bergauf, somit also am Schluss des Tages. Deshalb drehten wir unsere Runde an der Boehütte vorbei zum Biz Boe (3152m), einem überlaufener Berg mit einer komischen Reflektorantenne. Dafür gab es aber eine super Aussicht auf alles was um uns herum an Bergen und Tälern lag. Alle Ausblicke wirkten besonders imposant weil viele Bilderbuchwolken am Himmel hingen.


Vom Biz Boe ging es wieder hinunter zur gleichnamigen Hütte. Liegengebliebener Schnee erschwerte den Abstieg ein wenig. Nach einer kurzen Rast stiegen wir weiter durch das Mittagstal bis an den Fuß des Sella Massives ab. Auf eine Höhe von ca. 2000m ging es dann hinüber zum Einstieg des Pisciadù Klettersteiges. Die gerade abgestiegenen 1150 Höhenmeter am Stück konnten Alle spüren.


Endlich war es soweit, bei einer kurzen Rast konnten wir Kletterer hoch oben im Steig beobachten und unsere eigene Ausrüstung anlegen, dann ging es los. Anfangs einfach wurde es nach oben hin immer anspruchsvoller und ausgesetzter. In den Wartezeiten konnte man den herrlichen Ausblick genießen, wobei zu viel nach Unten sehen für uns Flachländer auch gewöhnungsbedürftig ist.


Zum Glück konnten wir im Steig unsere Vorgänger überholen und so machte es auf den schwierigen Passagen richtig Spaß. Senkrecht, manchmal fast überhängend, mit einigen hundert Metern unter dem Popo, ging es nach oben. Abwechslungsreich über glatte Wände, kleine Tritte, Leitern und Metallstifte gewannen wir an Höhe. Fast zum Schluss war eine Hängebrücke zu überqueren, nur 10m lang aber 250m Schlucht nach unten. Oben angekommen gab es noch eine Rast, danach mussten wir nur noch wenige hundert Meter zur Hütte.


Nach Genuss eines halben Liters ging es vorbei an der Schlange Warmduscher (1 Dusche bei 75 Betten, Duschmarke 3 Euro) zur Ganzkörperwäsche am Waschbecken. Das Wasser hatte so ungefähr sein Dichtemaximum, vier Grad Celsius könnte hinkommen. Danach Essen, Rotwein . . .


Am Abend des dritten Tages gab es viel zu erzählen. Vorgenommen hatten wir uns den Pößnecker Klettersteig zu durchsteigen. Die ursprünglich geplante Runde schätzten wir aber als zu lang ein. Deshalb stiegen wir zurück zum Grödner Joch um mit dem Autobus zum Sellajoch zu fahren. Von dort ist es nur eine halbe Stunde zum Einstieg in den Pößnecker Klettersteig.


Am Fuße des Massives angekommen wurden unterschiedliche Entscheidungen getroffen. Volkmar und Maik wollten in den Klettersteig einsteigen, Frank und Andreas hatten nicht das unbedingte Verlangen.

 

Wir gingen zum Sellapass zurück, stiegen einige hundert Höhenmeter ab- und dann 1000 Höhenmeter am Stück durch das Val Lasties wieder auf. Oben angekommen ging es wieder 400 Höhenmeter hinunter zur Hütte.


Am letzten Tag hatte das Wetter nicht mehr ausgehalten. Bei leichtem Regen stiegen wir zurück zum Parkplatz. Dort gab es trockene Sachen und mitgebrachte Verpflegung. Die Heimfahrt verlief zum Glück reibungsloser, sodass wir am frühen Abend wieder in Weixdorf eintrafen.


Alles zusammen betrachtet war es wieder ein schöner „Ausflug“, nur das Wetter machte uns manchmal sorgen hat aber fast durchgehalten.